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Veröffentliche Beiträge von “CBG Redaktion”

Unlautere Werbung

CBG Redaktion

Presse Information vom 12. November 2014

BAYER: unlautere Werbung in sozialen Netzwerken

Jubel-Postings unter falscher Identität

Die Wiener PR-Agentur Mhoch3 hat über Jahre hinweg mit gefälschten Identitäten Postings in Onlineforen platziert. Positive Kommentare wurden unter anderem im Auftrag von Opel, TUI, Red Bull und BAYER verfasst. Der Geschäftsführer von Mhoch3 bestätigte, dass das „Online-Reputationsmanagement“ seit zehn Jahren angeboten und weiterhin betrieben werde. Nach Recherchen des österreichischen Magazins DATUM veröffentlichte die Agentur mehrere hunderttausend Postings unter falschen Namen.

Die gefakten Kommentare finden sich vor allem auf deutschen Foren, darunter Plattformen und soziale Netzwerke wie YouTube oder GuteFrage.net, Nachrichtenseiten wie Spiegel.de und Focus.de sowie Sparten-Angebote wie MeinAuto.de. Die PR-Profis geben sich meist als unbedarfte Nutzer/innen aus, die aus Freundlichkeit Unterstützung anbieten. Rechtschreibfehler und persönliche Fragen sollen Authentizität suggerieren.

Im Fall von BAYER warb Mhoch3 unter anderem für Flohmittel wie Advantix, Advantage und Kiltix aus der Veterinärsparte des Konzerns. Zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit sollten die Mitarbeiter/innen eigens ein Haustier erfinden. In Interneteinträgen heißt es dann etwa: „Benny was hast du deiner katze letzt endlich gegeben damit die Flöhe verschwinden? Wir behandeln immer mitn Spot On von Bayer namens Advantage- kennst du das?...wünsch Euch viel Glück!“.

Im Fall der umstrittenen Hormonspirale Mirena wurde offenbar auch die Gesundheit der Anwenderinnen gefährdet. Obwohl für Mirena Tausende – teils schwerwiegende – Berichte von Nebenwirkungen vorliegen, veröffentlichte die Agentur Postings im Tonfall hilfsbereiter Freundinnen:
=> „also ich hab mir vor einem jahr die hormonspirale mirena einsetzen lassen und ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden damit bin. hatte am anfang angst vor dem einsezten, doch das war halb so schlimm“. Olivia34, psychologie.at
=> „Ich habe mir die Mirena einsetzen lassen, ist ebenfalls eine hormonspirale und damit hatte mein Frauenarzt sehr gute Erfahrungen bereits gemacht (…) – das kann ich voll empfehlen“
=> „@ sporzal: mein tip es könnte auch eventuell nicht von der mirena kommen, sondern eventuell eine Allergie sein, ich hab das leider auch erst mal in vor kurzer zeit festgestellt, ich hatte echt total oft Kopfweh und das ist nicht lustig – das kann ich nachvollziehen“. MauMau, hormonspirale-forum.de

Im internen Fazit von Mhoch3 nach der BAYER-Kampagne heißt es laut Süddeutscher Zeitung: „Grundsätzlich ist zu sagen, dass das Internet eine ideale Plattform zur Verbreitung von Informationen zum Thema Verhütung darstellt“. In zahlreichen Fällen hätten die Reaktionen der Nutzerinnen gezeigt, dass sie den freundlichen Kommentaren Glauben schenkten und sich für die Spirale interessierten.

Zur Aufgabe der Agentur gehörte es auch, Einträge bei wikipedia „aufzuhübschen“. Vor jeder Kampagne erhielten die PR-Schreiber/innen eine Schulung, mitunter sogar persönliche Vorträge der Kunden. Viele der gefakten Kommentare finden sich bis heute im Netz.

Jan Pehrke vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert strafrechtliche Ermittlungen gegen die Verantwortlichen bei BAYER: „Unlautere Medikamentenwerbung hat bei BAYER Tradition. Im vorliegenden Fall sollten ganz offensichtlich die Gesetze umgangen werden, denn Werbung für verschreibungspflichtige Präparate wie Mirena ist verboten. Wir dürfen nicht zulassen, dass Pharmahersteller die Risiken von Medikamenten verharmlosen und schamlos die öffentliche Diskussion manipulieren!“.

BAYER gibt pro Jahr rund 10 Milliarden Euro für Werbung und Vertrieb aus, eine Aufschlüsselung verweigert der Konzern. Häufig überschreitet BAYER dabei die Grenzen des Erlaubten; Strafen für unlautere Werbung werden von vornherein mit einkalkuliert und aus der Portokasse beglichen.
In den vergangenen Jahren verlagerte BAYER zahlreiche Marketing-Aktivitäten ins Internet. Um das Werbeverbot für Medikamente zu umgehen, betreibt das Unternehmen eigene webseiten wie Pille.com oder testosteron.de, die als „Informationsangebote“ getarnt werden.

junge Welt greift Kampagne auf

weitere Informationen:
=> Artikel „Die Netzflüsterer“: http://www.datum.at/artikel/die-netzfluesterer
=> BAYER verschleiert Marketing-Ausgaben
=> Pharmamarketing bei BAYER
=> Social Marketing bei BAYER
=> Informationen zu Mirena

Dormagen

CBG Redaktion

7. November 2014

Die Neuss Grevenbroicher Zeitung berichtet heute über den großen Brand in der Pestizidproduktion des Dormagener BAYER-Werks im Jahr 1979. Damals wurde Alarm bis an die holländische Grenze ausgelöst. Der Störfall war einer der Auslöser der Gründung der Coordination gegen BAYER-Gefahren. Hier ein Artikel zum Gusathion-Störfall von Axel Köhler-Schnura.

Über den Unfall erschien damals ein Roman von Klas Everwyn. Dieser erhielt zunächst einen Literaturpreis der Stadt Dormagen, wurde später jedoch von BAYER mit Klagen überzogen. Hierüber berichtete u.a. der SPIEGEL.

Der Artikel der NGZ suggeriert, dass es bei BAYER im wesentlichen ein Kommunikationsproblem gab. Tatsächlich gehen vom Dormagener Werk jedoch bis heute hohe Risiken aus. So kommen allein in der neuen TDI-Produktion jährlich 360.000 Tonnen des einstigen Kampfgases Phosgen zum Einsatz.

Eine Übersicht der Störfälle bei BAYER findet sich hier.

Störfall vor 35 Jahren veränderte Bayer-Politik

Am 7. November 1979 sorgte eine Gaswolke für Panik in Dormagen. Der Chemiekonzern betreibt seitdem viel Aufwand zur Vertrauensbildung. Von Stefan Schneider

NGZ - Für viele Dormagener waren es heute vor genau 35 Jahren beklemmende Stunden, voller Angst und Ungewissheit: Als am 7. November 1979, einem Mittwoch, im Dormagener Bayer-Werk eine Anlage zur Herstellung von Pflanzenschutzmitteln in Brand geriet, trat dabei eine Gaswolke aus, die einen extrem üblen Geruch über die Stadt und die umliegenden Kommunen legte. Der Gestank war so heftig, dass Menschen in Panik gerieten. Schließlich wussten sie zu diesem Zeitpunkt nicht, ob Gesundheitsgefahren von der Wolke ausgingen. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem ausgetretenen Stoff um das Pflanzenschutzmittel Gusanthion, doch es dauerte eine ganze Weile, bis Ruhe einkehrte.

Der Austritt der Gaswolke beschäftigte sogar den Deutschen Bundestag. Auf eine Anfrage des Neussers Abgeordneten Heinz Günther Hüsch (CDU) zu dem Störfall antwortete der Parlamentarische Staatssekretär Andreas von Schoeler am 14. November 1979 u. a.: Auch bei ungünstigen Annahmen könne unterstellt werden, dass Gesundheitsgefahren für die in Werksnähe wohnenden Menschen nicht aufgetreten seien (...) Und: „Der Ausbruch der Gaswolke in Dormagen hat erneut die Notwendigkeit und die Dringlichkeit der in Vorbereitung befindlichen Störfall-Verordnung aufgezeigt (...)“.

Doch nicht nur nahm die Politik die Chemieindustrie nachfolgend an die Kandare, auch der Bayer-Konzern veränderte sich. Der damalige Dormagener Werkleiter Walter Bayer intensivierte die von seinem Vorgänger Werner Unger begonnene Öffnung des Unternehmens nach außen. Die Menschen, vor allem die direkten Nachbarn, sollten wieder Vertrauen zu Bayer gewinnen. Der Autor Karl-Heinz Engler vertritt in dem Buch „Dormagen und sein Werk 1917 - 1992“ indirekt die These, dass sich seit dem Störfall von 1979 die Öffentlichkeitsarbeit des Konzerns einschneidend vertiefte: Unger, Bayer „und ihre Nachfolger luden und laden nicht nur die Presse ins Werk, sondern beispielsweise auch Kommunalpolitiker und Bürgervereine, um gemeinsam Probleme, Absichten, Wünsche zu besprechen“.

Der Prozess ist bis heute im Fluss. Chempark-Leiter Ernst Grigat sagt: „Die Öffentlichkeitsarbeit des Chemieparks Dormagen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr geändert und entwickelt. Das hängt mit einem stärkeren Informationsbedürfnis der Nachbarschaft und von Entscheidungsträgern im Umfeld zusammen, das hängt zusammen mit anderen und neuen Medien und einem anderen Nutzerverhalten der Menschen. Die Akzeptanz in der Nachbarschaft für den Chempark und das Vertrauen in die Sicherheit ist für die Unternehmen ein wichtiger Faktor.“ Ihren Ausdruck finden die Bemühungen bis heute in Werksführungen, Präsentationen von Ausbildungswesen und Sicherheitseinrichtungen und nicht zuletzt in der Präsenz in der Stadt - mit dem Nachbarschaftsbüro Chepunkt Unter den Hecken.

Störfall bei Bayer war auch ein Roman-Thema

Was: Der Zukunftsroman „Der Dormagener Störfall von 1996 - Eine Legende“ von Klas Ewert Everwyn beschäftigte sich in den 1980er Jahren auf 105 Seiten fiktiv mit dem Szenario: Was, wenn bei Bayer etwas schiefgeht?

Folgen: Der „Spiegel“ widmete Everwyn und seinem Buch einen großen Beitrag, der Bayer-Konzern sah sich diffamiert und erwirkte einige Schwärzungen im Buch.

SEPA

CBG Redaktion

Auch die Coordination gegen BAYER-Gefahren steht vor Problemen, da durch die SEPA-Umstellung Spenderinnen und Spender verloren gingen, u.a. aus den hier dokumentierten Gründen

Pressemitteilung vom 6. November 2014

Spender werden zur Kasse gebeten: Fehlfunktion von SB-Terminals in Banken seit der SEPA-Umstellung

Deutscher Fundraising Verband fordert Banken zum Handeln auf

Viele Menschen kaufen in diesen Wochen nicht nur die ersten Weihnachtsgeschenke für ihre Liebsten, sondern möchten sich über eine Spende an gemeinnützige Organisationen auch für einen guten Zweck einsetzen. Das ist seit der SEPA-Umstellung leider gar nicht mehr so einfach.

Arne Peper, Geschäftsführer des Deutschen Fundraising Verbands (DFRV), erklärt: „Spenden-Zahlscheine von Organisationen werden an den SB-Kundenterminals der Banken teilweise als „nicht lesbar“ abgewiesen. Wenn die Spender dann damit zum Schalter gehen, werden sie zur Kasse gebeten und dürfen zu ihrer Spende noch eine saftige Bearbeitungs-Gebühr dazulegen.“

Wobei es aus Sicht der Organisationen manchmal noch schlimmer kommt. Mehrfach mussten sich bereits potenzielle Spenderinnen und Spender von unkundigen Filial-Angestellten Aussagen anhören wie: „Spenden geht unter SEPA nicht mehr“, „Sie können nur noch an eine Organisation spenden, die mit uns einen Vertrag abgeschlossen hat“ oder: „... die bei uns ein Konto hat.“ Fehlinformationen wie diese können die Organisationen auf Dauer hohe Summen an dringend benötigten Spendengeldern kosten.

Der Deutsche Fundraising Verband fordert die Banken daher zum Handeln auf:
• Spenden müssen kostenlos ermöglicht werden. Sollten die SB-Terminals dafür umgerüstet werden müssen, damit sie auch die für Spenden vorgesehenen Zahlscheine akzeptieren, so sollte bei den Bearbeitungen am Schalter bis dahin auf Gebühren verzichtet werden.
• Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen besser geschult werden, damit irreführende Falschaussagen vermieden werden und gerade den älteren Mitbürgern bei der Umsetzung von SEPA mehr geholfen wird.
• Es muss eine Clearingstelle für Probleme bei der SEPA-Umsetzung geschaffen werden, damit die Kundinnen und Kunden nicht daran scheitern, dass sich sowohl Banken als auch die Deutsche Kreditwirtschaft derzeit nicht für die Probleme zuständig fühlen.

Das Problem, dass die Zahlscheine am SB-Terminal nicht angenommen werden, tritt flächendeckend in Deutschland bei vielen Banken auf. Betroffen sind zahlreiche Organisationen, darunter zum Beispiel auch Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen, Brot für die Welt und der NABU.
DFRV-Geschäftsführer Arne Peper kommt daher zu dem Schluss: „Trotz der Jubelmeldungen der Bundesbank und des Bundesministerium für Finanzen ruckelt es noch ganz schön bei der SEPA-Umstellung.“

Der Deutsche Fundraising Verband
Dem Deutschen Fundraising Verband gehören rund 1300 Mitglieder an. Er vertritt die Interessen sowohl der einzelnen Fundraiser als auch der im Dritten Sektor tätigen gemeinnützigen Organisationen und der sie unterstützenden Dienstleister in Deutschland, fördert die Professionalisierung des Berufszweigs sowie die Umsetzung ethischer Prinzipien in der Branche.

[GFP] German Food Partnership

CBG Redaktion

4. November 2014, Oxfam

Zivilgesellschaft wartet seit einem Jahr auf Transparenz bei der German Food Partnership

Oxfam: Entwicklungsministerium verzögert Offenlegung von Verträgen mit BASF, Bayer & Co.

Entwicklungshilfe für Konzerne? Seit einem Jahr (5.11.2013) unterstützt das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) Agrar- und Chemieriesen wie Bayer und BASF. Diese sind im Rahmen der German Food Partnership (GFP) in privat-öffentlichen Kooperationen mit der Hungerbekämpfung in armen Ländern beauftragt. Der Zivilgesellschaft versprach das BMZ schon vor einem Jahr vollständige Transparenz in Sachen GFP.

Doch bis heute wurden Oxfam trotz mehrfacher Anfragen seit dem 13. November 2013 weder die Verträge und Vereinbarungen zwischen dem BMZ, den beteiligten Unternehmen und den Stiftungen übermittelt, noch andere aussagekräftige Projektdokumente. Auf eine erneute Oxfam-Anfrage vom 30. September 2014, nun auf der Grundlage des Informationsfreiheits- und des Umweltinformationsgesetzes, antwortete das BMZ kurz vor Ablauf der gesetzlich Monatsfrist, dass die Bearbeitung der Anfrage noch „längere Zeit in Anspruch nehmen kann“. Für Oxfam ist dies absolut unverständlich, da das Ministerium und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) bereits ein Jahr Zeit für die Zusammenstellung von Informationen hatten. „Das BMZ mauert massiv, wenn es um die Herausgabe von Informationen zur German Food Partnership geht“, kritisiert Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale. „Die Öffentlichkeit hat das Recht zu erfahren, was das Entwicklungsministerium mit Steuergeldern macht, die für die Armutsbekämpfung vorgesehen sind.“

Als Reaktion auf die Kritik an der Intransparenz der GFP vertröstete das BMZ Oxfam bisher stets mit dem Hinweis auf geplante Veröffentlichungen auf der Website. Zuletzt kündigte die Referatsleitung der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ am 24. September 2014 im Entwicklungsausschuss des Bundestages eine Veröffentlichung auf der Website der GFP für die darauffolgende Woche an. „Bis jetzt ist noch nicht einmal diese Veröffentlichung erfolgt“, sagt Wiggerthale. „Wir werden immer wieder vertröstet. Diese Hinhaltetaktik ist nicht weiter hinnehmbar.“ Oxfam behielte sich weitere Schritte vor.

Hintergrund:
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) betreibt im Rahmen von Kooperationen wie der German Food Partnership unter dem Deckmantel der Armutsbekämpfung Wirtschaftsförderung zum Vorteil riesiger Konzerne. Anstatt stärker Kleinbäuerinnen und -bauern zu unterstützen, die in Afrika 80 Prozent des dortigen Lebensmittelbedarfs decken, befriedigt das BMZ die Interessen der Konzerne. Die Unternehmen erschließen sich neue Märkte für ihr Saatgut und ihre Pestizide. Gegen diese Praxis haben Oxfam, FIAN, INKOTA und andere einen Appell gestartet. Das BMZ soll die Förderung von Agrar- und Chemieriesen beenden und offenlegen, wer wofür Entwicklungshilfegeld erhält. Zum Appell und zur Kampagne geht es hier: http://www.oxfam.de/informieren/agrarkonzerne

MaterialScience

CBG Redaktion

Presse Information vom 30. Oktober 2014

mögliche Übernahme durch Private-Equity-Firmen

BAYER MaterialScience: Sicherung der Arbeitsplätze gefordert

Bericht im Leverkusener Anzeiger

Die Private-Equity-Firmen Advent, Carlyle, Cinven, CVC und KKR haben die Kunststoffsparte von BAYER ins Visier genommen. Angesichts der Größe des Geschäfts – der Kaufpreis dürfte bei rund elf Milliarden Euro liegen – planen die Beteiligungsgesellschaften ein Konsortium.

Zu erwarten sind negative Auswirkungen für die mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jan Pehrke vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG): „Das Interesse der Heuschrecken verheißt nichts Gutes. Wir befürchten eine Parzellierung von BAYER MaterialScience, die Vernichtung weiterer Arbeitsplätze und eine Absenkung der Löhne - so wie bei vielen Firmenübernahmen durch Private-Equity-Firmen zuvor“. Die CBG fordert den BAYER-Vorstand auf, die Kunststoffsparte nur an einen Investor zu verkaufen, der den Bestand der Arbeitsplätze weltweit garantiert.

Levi Sollie, Vertrauensmann der belgischen Gewerkschaft Algemeen Belgisch Vakverbond (ABVV) bei BAYER MaterialScience in Antwerpen, ergänzt: „Die Gewerkschaften fordern eine Jobgarantie, so wie sie die deutsche Belegschaft erhalten hat. BAYER hat die Verantwortung, unsere Löhne und Arbeitsbedingungen für die kommenden Jahre zu garantieren. Im März 2015 wird das Antwerpener BAYER-Werk seinen 50. Geburtstag begehen - den meisten Arbeitern ist aber nicht nach Feiern zu Mute. Worauf wir jetzt zählen, ist ein Abkommen zur Sicherung der Arbeitsplätze“. Die GewerkschaftsvertreterInnen im Aufsichtsrat hatten der Abspaltung nach Drohungen der Unternehmensleitung zugestimmt. Als Gegenleistung konnte eine Arbeitsplatzgarantie bis 2020 ausgehandelt werden, diese gilt jedoch nur für die deutschen Standorte.

Material Science hatte zwar stets in der Gewinnzone gelegen, dennoch hatten Investoren seit Jahren eine Abspaltung gefordert. Offenbar führte ihre zunehmende Macht zu der jetzigen Entscheidung. Tatsächlich erhöhte sich der Aktienkurs am Tag der Verkaufsverkündigung um 6%.

Um die Kunststoff-Sparte im Unternehmen zu halten, waren der Belegschaft bereits in den vergangenen Jahren zahlreiche Zugeständnisse abverlangt worden. So hatte BAYER mittels mehrerer „Effizienz-Programme“ über 2.000 Arbeitsplätze vernichtet, Werke geschlossen und Bonus-Zahlungen gestrichen. Welche langfristige Entwicklung droht, zeigt die ehemalige Chemie-Sparte von BAYER, die vor zehn Jahren unter dem Namen Lanxess ausgegliedert wurde. Mehrere Tausend Arbeitsplätze wurden seitdem vernichtet, Tausende Mitarbeiter erlitten Lohneinbußen oder wurden in andere Werke versetzt. Im Lauf der Jahre wurde Lanxess immer weiter aufgeteilt - mehrere Bereiche wurden geschlossen, andere verkauft.

Unter dem Dach von MaterialScience befinden sich zahlreiche hochgefährliche Anlagen, zum Beispiel die Produktion von Polyurethan und Polycarbonat, bei der große Mengen toxischer Stoffe wie Chlor, Ammoniak, Kohlenmonoxid sowie das ehemalige Kampfgas Phosgen eingesetzt werden.

Philipp Mimkes vom Vorstand der CBG befürchtet daher auch Konsequenzen für die Anlagensicherheit: „Die künftigen Besitzer werden versucht sein, die Kosten für Wartung, Personal und Feuerwehr weiter abzusenken. Dies führt automatisch zu höheren Störfallrisiken. Da Bayer MaterialScience einige der – nach Atomkraftwerken – gefährlichsten Industrieanlagen in Deutschland betreibt, ist dies für die Öffentlichkeit von größtem Interesse. BAYER muss sicherstellen, dass die Betriebssicherheit durch den Verkauf nicht verringert wird.“

Zudem drohen Städten wie Leverkusen, Krefeld und Brunsbüttel Steuer-Verluste, wenn BAYER die Sparte an Private-Equity-Gesellschaften verkauft. Diese bürden den Verkaufspreis gerne ihren Neuerwerbungen als Schulden auf und senken so deren Gewinn. Zudem haben die Finanz-Konzerne ihren Sitz häufig in Steueroasen.
Fotos von Streikposten am BAYER-Werk Antwerpen am 15. Dez.

Bienensterben

CBG Redaktion

30. Oktober 2014, Mellifera e.V.

Imker streiten am Europäischen Gerichtshof gegen Pestizide

Nachdem die EU-Kommission im Herbst letzten Jahres den Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel verboten hat, haben die Herstellerkonzerne BASF, Bayer und Syngenta vor dem Europäischen Gerichtshof Klage gegen die Kommission eingereicht. Sie werfen ihr unter anderem einen Mangel an Beweisen für eine schädliche Wirkung der Neonicotinoide auf Honigbienen vor. Die Imkerverbände haben sich jetzt erfolgreich durchgesetzt und wurden als Prozessbeteiligte für alle drei Verfahren zugelassen.

Neonicotinoide sind Nervengifte. Sie stellen ein großes Problem für die Umwelt und die Bienen dar. Das Verbot wurde von der Kommission aufgrund fehlender Studien zur Risikobewertung ausgesprochen und gilt zunächst für zwei Jahre. In dieser Zeit sollen neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden. Bayer & Co. wollen, dass das Verbot sofort wieder aufgehoben wird, schließlich gehören Neonicotinoide zu den am meisten verkauften Pflanzenschutzmitteln weltweit.
Auf Initiative des „Bündnis zum Schutz der Bienen“ hatten sechs Imkerverbände beim Europäischen Gerichtshof eine Prozessbeteiligung beantragt. Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund und österreichische Imkerverbände wurden nun für die Verfahren zugelassen. Als Prozessbeteiligte können sich die Verbände jetzt aktiv in das Gerichtsverfahren einbringen. Sie erhalten Einsicht in alle Schriftsätze der klagenden Chemiekonzerne und der beklagten EU-Kommission. Nur so kann eine außergerichtliche Einigung hinter verschlossenen Türen verhindert werden.

Die Imkerverbände kämpfen nicht nur für die Bienen. Thomas Radetzki, Imkermeister von Mellifera e.V. und Koordinator des Bündnisses, ist überzeugt, dass es richtig und wichtig ist, hier mitzuwirken: „Es geht nicht allein um die Honigbienen. Die ständige Intensivierung der Landwirtschaft mit derartigen Pestiziden schädigt unsere Umwelt, beschleunigt den dramatischen Artenschwund und zerstört somit unser aller Lebensgrundlagen.“
Neonicotinoide sind hochwirksame Pestizide. Ihre Giftigkeit ist teilweise 7.000 mal höher als die von DDT. Besonders gefährlich sind ihre subletalen Effekte, diese führen nicht zum sofortigen Tod, sondern stören die Kommunikationsfähigkeit und den Orientierungssinn der Bienen. Sie finden nicht mehr in den heimischen Stock zurück und gehen zugrunde.

Neue wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass Neonicotinoide auch für einen Artensterben bei Singvögeln verantwortlich sind. Wissenschaftler kritisieren seit Jahren die mangelhaften Zulassungsanforderungen und intransparenten Zulassungsverfahren dieser Pestizide.
Bienen stellen nicht nur Honig her, mit ihrer Bestäubungsleistung bringen sie in Deutschland einen volkswirtschaftlichen Nutzen von zwei Milliarden Euro im Jahr. Ohne Bienen müssten wir Menschen auf ein Drittel unserer Nahrungsgrundlage verzichten.

Infos zur Kampagne der CBG

Pipelines

CBG Redaktion

Presse Information vom 27. Oktober

Tödliche Gas-Explosion in Ludwigshafen:

„Gefährliche Pipelines sollten Störfall-Verordnung unterliegen“

Anlässlich der jüngsten Gas-Explosion in Ludwigshafen fordert die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG), dass gefährliche Pipelines der Störfall-Verordnung unterliegen müssen. Auch müssten alle Leitungen in einem öffentlich einsehbaren Kataster einsehbar sein. Durch strengere Sicherheits-Maßnahmen und die Beteiligung der Öffentlichkeit ließe sich das Risiko deutlich mindern.

Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, Mitglied der Kommission für Anlagensicherheit beim Bundesumweltministerium und Vertreter des wissenschaftlichen Beirats der CBG: „Viele Pipelines gehören dem Grunde nach und wegen der technischen Erfordernisse zu Betriebsbereichen von Störfallbetrieben. Aus ökonomischen Überlegungen jenseits von Sicherheitsfragen werden sie bislang jedoch nicht in die Überwachung von Störfallbetrieben einbezogen“.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren kritisiert seit Jahren den Bau einer Kohlenmonoxid-Pipeline zwischen den BAYER-Werken Dormagen und Krefeld. Die Leitung war ohne Beteiligung der Öffentlichkeit genehmigt worden. Polizei, Feuerwehr und medizinische Dienste haben deutlich gemacht, dass sie die Sicherheit der Bevölkerung bei einem Unfall nicht gewährleisten können; auch die betroffenen Kommunen lehnen die CO-Pipeline ab.

In Leverkusen gibt es zudem Kritik an der dort geplanten Gas-Hochdruckleitung, die in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten gebaut werden soll.

Bei der Explosion am Donnerstag waren 26 Personen verletzt worden, ein Bauarbeiter starb. Die Wucht der Detonation war so gewaltig, dass noch in rund 100 Meter Entfernung Scheiben von Häusern und geparkten Autos platzten. Der Bautrupp hatte an einer Hochdruckgasleitung gearbeitet, die einer Tochterfirma von BASF und Gazprom gehört.

weitere Informationen: Kampagne CO-Pipeline

Verkauf BMS

CBG Redaktion

23. Oktober 2014

BAYER MaterialScience: Die Heuschrecken laufen sich warm

Internationale Finanzinvestoren haben die Kunststoffsparte von BAYER ins Visier genommen, darunter die Beteiligungsgesellschaften Advent, Carlyle, Cinven, CVC und KKR. Angesichts der Größe des Geschäfts – der Kaufpreis dürfte deutlich über zehn Milliarden Euro liegen - werde unter den Gesellschaften die Bildung von Konsortien diskutiert.

Damit werden die Sorgen größer, dass der Teilkonzern aufgespalten und in Teilen weiterverkauft wird – so wie bei der BAYER-Ausgliederung Lanxess geschehen. Im Fall eines größeren Störfalls hätte dies Konsequenzen für Anwohner/innen und Belegschaft, da kleinere Unternehmen in geringerem Umfang haften. Auch für die Belegschaft verheißt die Entwicklung nichts Gutes.

Unter dem Dach von MaterialScience befinden sich zahlreiche hochgefährliche Anlagen, zum Beispiel die Produktion von Polyurethan und Polycarbonat, bei der große Mengen toxischer Stoffe wie Chlor, Ammoniak, Kohlenmonoxid sowie das ehemalige Kampfgas Phosgen eingesetzt werden.

Philipp Mimkes vom Vorstand der CBG befürchtet Konsequenzen für die Anlagensicherheit: „Die künftigen Besitzer werden versucht sein, die Kosten für Wartung, Personal und Feuerwehr weiter abzusenken. Dies führt automatisch zu höheren Störfallrisiken. Da Bayer MaterialScience einige der – nach Atomkraftwerken – gefährlichsten Industrieanlagen in Deutschland betreibt, ist dies für die Öffentlichkeit von größtem Interesse. BAYER muss sicherstellen, dass die Betriebssicherheit durch den Verkauf nicht verringert wird.“

„Schlechte Aktien für die Belegschaft“

[Knapsack] Feuer

CBG Redaktion

Presse Info vom 22. Oktober 2014

gestriger Brand im BAYER-Werk Hürth

Risiken für die Anwohner ungeklärt

In einer Pestizidanlage von BAYER CropScience in Hürth-Knapsack kam es in der Nacht zu einem Feuer. Über die nahe gelegenen Wohngebiete zog eine übel riechende Rauchwolke. Die Nachbarschaft wurde über Sirenen gewarnt und aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Nach Angaben der Werksleitung sei die Chemikalie Methylphosphin ausgetreten und habe sich an der Luft entzündet.

Hierzu erklärt Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG): „Man kann nach einem solchen Vorfall nicht einfach Entwarnung geben. Niemand kennt die genaue Zusammensetzung der Brandgase, der Oxidationsprodukte und den Anteil von nicht verbranntem Methylphosphin. Von daher lassen sich langfristige Gesundheitsschäden der Anwohner nicht mit Sicherheit ausschließen“. Die CBG fordert BAYER auf, genaue Angaben zu den Ursachen des Feuers sowie zur Menge der ausgetretenen Chemikalien zu machen.

Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, Mitglied der Kommission für Anlagensicherheit beim Bundesumweltministerium sowie des wissenschaftlichen Beirats der CBG, bemängelt, dass „wie fast immer die Feuerwehr auf der Basis völlig unzureichender Messergebnisse Entwarnung gegeben hat. Diese hätte erst erfolgen dürfen, wenn die Zusammensetzung der Brandgase mit hochempfindlichen Geräten festgestellt wurde.“

Der Brand war gegen 21.20 in der rund acht Kilometer südwestlich von Köln gelegenen Fabrik ausgebrochen. Gegen Mitternacht hatte der Leiter der Anlage Entwarnung gegeben. Die Werksfeuerwehr hatte Unterstützung öffentlicher Feuerwehren angefordert.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren wurde nach Störfällen in nordrhein-westfälischen BAYER-Werken gegründet und arbeitet seit über drei Jahrzehnten zu allen Risiken, die von Produkten und Fabriken des Unternehmens ausgehen. Insbesondere setzt sich die CBG für eine Substitution hochgefährlicher Stoffe wie Phosgen sowie für ausreichende Sicherheits-Abstände zwischen gefährlichen Anlagen und der Wohnbebauung ein.

Aufstellung „Störfälle bei BAYER“

Teldafax

CBG Redaktion

Presse Info vom 22. Oktober 2014

Gerichtsurteil im Fall Teldafax:

Bayer 04 muss Millionen an Gläubiger zahlen

Die Gläubiger des insolventen Billigstromanbieters TelDaFax haben einen Erfolg gegen Bayer 04 Leverkusen errungen. Der Fußballbundesligist muss circa 18 Millionen Euro früherer Sponsorengelder plus Zinsen zurückzahlen. Dies entschied heute das Landgericht Köln.

TelDaFax war von 2007 bis 2011 Trikotsponsor des Vereins. Sympathieträger Rudi Völler war damals unter dem Motto „Wechseln ist ein Klax. Mit TelDaFax“ das Gesicht der Kampagne. Allein in den Jahren 2009 bis 2011 sollen 16 Millionen Euro geflossen sein; in diesem Zeitraum war Teldafax offenbar längst überschuldet.

Unterlagen des Insolvenzverwalters zeigen, dass der Verein frühzeitig über die Schieflage Bescheid wusste. Im Juli 2009 schrieben die drei TelDaFax-Vorstände einen Brief an ihren Aufsichtsrat; wenn nicht bald frisches Geld fließe, so die Vorstandsmitglieder, müsse das Unternehmen sofort Insolvenz anmelden. Der Verein war über das Schreiben offenbar informiert. Zwei Monate später, im September 2009, bat TelDaFax um ein Treffen mit dem damaligen Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Teilnehmer der Sitzung bestätigen, dass es in dem Gespräch um die mögliche Insolvenz ging. Dies erklärt auch, warum Holzhäuser nur fünf Tage später ein Fax an den damaligen Vorstandschef von TelDaFax sandte und eine Änderung des Sponsorvertrags vorschlug. Die Zahlungen sollten gestundet werden, außerdem wollte der Verein seinem Sponsor eine Sonderkündigungs-Option einräumen.

Insgesamt hinterließ Teldafax einen Schuldenberg von 500 Millionen Euro und 700.000 geschädigte Kunden. Das Insolvenzrecht sieht vor, dass Zahlungen eines eigentlich insolventen Unternehmens zurückgefordert werden können. Voraussetzung ist, dass der Gläubiger, der noch Geld bekommen hat, die Insolvenz des Vertragspartners erkennen konnte.

Bayer 04 lernte aus dem Fiasko wenig: Nachfolger von TelDaFax als Trikosponsor wurde ausgerechnet der Wettanbieter Betfair. Sportwetten sind heutzutage ein Milliarden-Geschäft, wovon der Fußball natürlich nicht unbeeinflusst bleibt. Besonders zum Saisonende gibt es in vielen Ländern Absprachen und Bestechungsgelder, auch in Deutschland. Schiedsrichter Hoyzer und die Sapina-Brüder lassen schön grüßen.
Wie unseriös auch diese Zusammenarbeit war, zeigt sich an der nach nur wenigen Monaten erfolgten Kündigung des Vertrags zwischen Bayer und Betfair.

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attac

CBG Redaktion

21. Oktober 2014

Entzug der Gemeinnützigkeit von attac

„Angriff auf die demokratische Kultur“

Das Frankfurter Finanzamt hat dem globalisierungskritischen Netzwerk „attac“ die Gemeinnützigkeit entzogen. Dies hat weit reichende Folgen, vor allem für die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) sieht in der Entscheidung einen Angriff auf die demokratische Kultur insgesamt. Philipp Mimkes vom Vorstand der CBG: „Attac hat frühzeitig vor den Exzessen der Finanzwirtschaft gewarnt – hätte die Politik hierauf gehört, wären uns die milliardenschweren „Rettungspakete“ für Banken und Investoren wohl erspart geblieben. Die attac-Forderung nach einer Finanztransaktions-Steuer wird heute auch von der Bundesregierung erhoben. Und mit den attac-Sommerakademien und -Workshops wurden Tausende Menschen im ganzen Land erreicht. Mehr Gemeinnützigkeit ist kaum möglich.“

In Deutschland werden zwar alle parteinahen Stiftungen und sogar neoliberale Thinktanks wie die Bertelsmann-Stiftung als gemeinnützig anerkannt. Bei zivilgesellschaftlichen Organisationen stellen sich die Finanzämter jedoch immer häufiger quer. Einige Fälle aus jüngster Zeit:
=> Das Finanzamt Hamburg moniert, dass die Umweltschützer vom BUND eine Kampagne für den Rückkauf der privatisierten Hamburger Energieversorger unterstützt haben.
=> In Baden-Württemberg wurde der Informationsstelle Militarisierung (IMI) jahrelang die Gemeinnützigkeit vorenthalten.
=> Seit zwei Jahren wehrt sich der Frauenverband Courage gegen den Entzug seiner Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Wuppertal.
=> Der Berliner Verein „kolko – Menschenrechte für Kolumbien“ erhielt 2010 Post vom Finanzamt, in der der Entzug der Gemeinnützigkeit angedroht wurde. Darin hieß es: „Unter Entwicklungszusammenarbeit versteht man alle Maßnahmen, die dazu dienen, die Entwicklungsländer wirtschaftlich zu fördern und sie hierdurch dem Stande der Industriestaaten näher zu bringen beziehungsweise sie in deren wirtschaftliche Ordnung einzugliedern.“
Das bedeutet nicht weniger, als dass Menschenrechtsgruppen den Kapitalismus verbreiten sollen, um ihre Förderfähigkeit zu behalten.
=> Nicht zuletzt wird der Coordination gegen BAYER-Gefahren seit 30 Jahren die Gemeinnützigkeit verweigert, obwohl sich das Netzwerk umfassend mit den Auswirkungen der Tätigkeit eines Global Players auf das Gemeinwohl befasst.

Offenkundig werden die Finanzbehörden als Waffe benutzt, um missliebige politische Strömungen und Organisationen zu behindern und in ihren finanziellen Möglichkeiten einzuschränken. Kapitalinteressen werden mit immer neuen Milliarden aus Steuergroschen bedient, gemeinnützige konzern- und gesellschaftskritische Arbeit erhält keinerlei finanzielle Förderung und wird durch den Entzug der steuerlichen Gemeinnützigkeit bedroht.

Attac hat bundesweit knapp 30.000 Mitglieder und ist seit 2000 in Deutschland aktiv. Das Netzwerk setzt sich unter anderem für die Streichung von Schulden armer Länder sowie für die Besteuerung des Reichtums überall in der Welt ein. Aktuell bietet attac eine Plattform für die Proteste gegen das Freihandelsabkommen TTIP; auch in diesem Fall sind viele der von attac vertretenen Argumente mittlerweile Gemeingut und werden bis hin zur Bundesregierung vertreten.

Kinderarbeit

CBG Redaktion

17. Oktober 2014

Friedensnobelpreis

Coordination gratuliert Kailash Satyarthi

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) gratuliert Kailash Satyarthi, dem langjährigen Vorsitzenden des Global March Against Child Labour, zum Friedensnobelpreis. In einem Glückwunschschreiben brachte die CBG ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die Auszeichnung zu weiteren Fortschritten im Kampf gegen die Kinderarbeit führt.

Im Jahr 2003 hatte die Coordination gegen BAYER-Gefahren in Kooperation mit dem Global March Against Child Labour und dem India Committee of the Netherlands die Studie Kinderarbeit im indischen Baumwollanbau - die Rolle multinationaler Saatgut-Konzerne veröffentlicht. Diese wies nach, dass internationale Saatgutfirmen wie Monsanto, BAYER, Unilever und Syngenta von Kinderarbeit in ihrer schlimmsten Form profitierten.

Die sehr arbeitsintensive Produktion von Baumwoll-Saatgut in Südindien erfolgte meist durch kleine Zuliefer-Betriebe, die zwar nominell unabhängig, jedoch durch Qualitätsvorgaben und Lieferverträge an die Konzerne gebunden sind. Die hauptsächlich im Bundesstaat Andhra Pradesh gelegenen Farmbetriebe beschäftigten damals Zehntausende Kinder - überwiegend Mädchen zwischen 6 und 14 Jahren.

Lange Zeit leugneten die Konzerne die Probleme oder schoben die Verantwortung auf ihre Zulieferer. Erst als der öffentliche Druck zu groß wurde und als Investoren wie der norwegische Staatsfonds Druck machten, reagierte BAYER. Die Löhne im Saatgut-Anbau stiegen, bei den Zulieferern sank der Anteil von Kindern unter 14 Jahren deutlich. Dieser Erfolg war nur durch Druck von außen zu erreichen, denn in Indien war das Problem seit langem bekannt gewesen, aber erst die Schlagzeilen in Deutschland und den USA brachten ein Einlenken des Konzerns.

Eine Studie von 2013 zeigt, dass die Verbesserungen von Dauer sind. In dem Report werden die Zustände bei der Firma Nunhems, einer 100-prozentigen BAYER-Tochter, untersucht. Die Kinderarbeit bei den Zulieferern von Nunhems ist demnach auf fast null gesunken.

Die Zusammenarbeit von Gruppen aus vier Ländern ist somit ein gelungenes Beispiel für eine „Globalisierung von unten“. Allerdings zeigen Studien auch, dass noch längst nicht alle Missstände im indischen Saatgut-Anbau behoben sind, z.B. werden oftmals Löhne unter dem Mindestlohn gezahlt.

Kampagne Kinderarbeit im indischen Baumwoll-Anbau

[Yasmin] Antibaby-Pillen

CBG Redaktion

ARD Panorama, 16. Oktober 2014

TV-Beitrag zu gefährlichen Antibabypillen

Die ARD berichtet heute in der Sendung „Panorama“ über die erhöhten Thrombose-Risiken neuerer Antibaby-Pillen wie Yasmin oder Yasminelle. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren und Selbsthilfegruppen fordern seit langem ein Verbot von Pillen der sogenannten 3. und 4. Generation.

In dem Beitrag kommt eine junge Frau, Julia Meiners, zu Wort: „Die Ärzte haben mir gesagt, dass ich Glück habe, weil ich ein starkes Herz hatte“, sagt sie. Ansonsten hätte sie die beidseitige Lungenembolie, ausgelöst durch eine Thrombose, wohl nicht überlebt. Julia war gesund, Nichtraucherin, hat Sport gemacht. Die Ärzte kommen zu dem Schluss, dass der „einzige Risikofaktor die Einnahme der Antibaby-Pille“ war.

Wie knapp sieben Millionen Frauen in Deutschland hat Frau Meiners zur Verhütung die Pille genommen. Sie hatte die Packungsbeilage zwar gelesen und wusste, dass die Pille das Risiko für eine Thrombose erhöht. Was sie nicht wusste: Die modernen Mikro-Pillen mit dem Wirkstoff Drospirenon haben im Vergleich zu älteren Pillen ein doppelt so hohes Thromboserisiko. Zweieinhalb Jahre hat sie die Pille Yasminelle von Bayer/Jenapharm genommen. Statistisch bekommen laut Europäischer Arzneimittelagentur, die für Risikobewertungsverfahren zuständig ist, zwischen neun und zwölf von 10.000 Frauen eine Thrombose, ausgelöst durch die modernen Pillen mit dem Wirkstoff Drospirenon. Das sind hochgerechnet auf die fast 7 Millionen Anwenderinnen jährlich mehrere tausend Frauen.

Seit Einführung der Drospirenon-haltigen Pillen im Jahr 2000 sind 28 Todesfälle beim Bundesinstitut für Arzneimittel gemeldet worden, die in Zusammenhang mit den Pillen gebracht werden. Bayer betont, auf das bekannte Risiko so schnell wie möglich hingewiesen zu haben, bewertet das Nutzen-Risiko-Verhältnis seiner Pillen aber immer noch positiv.

Die Unterschiede der Pillen Generationen
Bei älteren Mikro-Pillen mit dem Wirkstoff Levornogestrel, die bereits seit den 80er Jahren auf dem Markt sind, besteht ein geringeres Risiko: Bei fünf bis sieben von 10.000 Frauen kann eine Thrombose auftreten. Deshalb rät das Bundesinstitut für Arzneimittel Gynäkologen, zunächst die Pille mit dem niedrigeren Risiko zu verschreiben und gut über Thrombose-Erkrankungen aufzuklären. Erst wenn sich bei einer Patientin herausstellen sollte, dass sie die Pille mit Levornogestrel nicht verträgt, sollten Frauenärzte neuere Pillen verschreiben, wenn das Thromboserisiko bei der Frau gering ist.

Werbung richtet sich an junge Frauen
In Deutschland werden die neueren Pillen von den Pharma-Herstellern besonders beworben: Pubertätspickel verschwinden schneller, es gebe nur eine geringe Gewichtszunahme, die Haare sollen schöner werden. Dass deutsche Frauenärzte immer noch vor allem moderne Pillen verschreiben, ist für den Gesunheitsökonomen und Pharmakologen Prof. Gerd Glaeske schlicht „skandalös“. „Da es Pillen mit geringerem Risiko gibt, sollten diese auch verschrieben werden“, so Glaeske. Schließlich bekämen meist junge, gesunde Frauen dieses Medikament.

Andere Länder haben strengere Regeln
In anderen europäischen Ländern wie Frankreich werden die neueren Pillen von der Krankenkasse nicht mehr bezahlt. In Großbritannien, den Benelux-Ländern, Dänemark und Norwegen warnen die Gesundheitsbehörden vor Drospirenon-haltigen Pillen.
Deutsche Gynäkologen sehen eine besondere Dringlichkeit offenbar nicht. Prof. Bettina Toth von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe ist der Meinung, dass das Thema “im Verhältnis zu den Risiken überbewertet wird". Eine Leitlinie für Frauenärzte zu dem Thema will der Verband erst bis Ende 2016 ausarbeiten.

alle Infos zur Kampagne

[BlackRock] Die Macht im Hause BAYER

CBG Redaktion

Die Ultra-Reichen übernehmen die Führung

Wer meint, Marijn Dekkers hätte bei BAYER das Sagen, der irrt. Dekkers ist der „Angestellte“ und tanzt - wie alle seine Kollegen im Vorstand und die Mehrheit der Aufsichtsräte - nach der Pfeife der Besitzer, der AktionärInnen. Und da haben sich die Gewichte heimlich still und leise in den letzten Jahren mächtig verschoben. Eine Handvoll Ultra-Reicher gibt heute vor, was im Konzern zu geschehen hat.

von Axel Köhler-Schnura, Vorstandsmitglied Coordination gegen BAYER-Gefahren

Schon jedes Schulkind weiß: Geld ist Macht. Im Volksmund heißt es: „Wer zahlt, bestimmt die Musik“. Entsprechend bedeutsam ist, was sich in der Welt des Geldes tut: eine extrem kleine Gruppe Ultra-Reicher hat die Macht übernommen. Ihre Vermögen wachsen immer unvorstellbarer. Auf Kosten der arbeitenden Menschen und der Armen. Armut, Hunger und Elend nehmen nämlich ebenso unvorstellbar zu, was aber hier nicht das Thema ist.

Eine OXFAM-Studie, vorgelegt zum Weltwirtschaftsgipfel 2014 in Davos im Januar dieses Jahres, stellt fest:

=> 85 Ultra-Ultra-Reiche besitzen ein Vermögen von ca. 1,7 Billionen US-Dollar. Eine Billion sind 1.000 Milliarden - 1 Milliarde sind 1.000 Millionen. Das ist ebenso viel wie das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung, die immerhin ca. 3,6 Milliarden Menschen ausmacht.
=> 1.426 Ultra-Reiche besitzen zusammen 5,4 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: der Haushalt der US-Regierung für 2015 umfasst 3,9 Billionen US-Dollar, der Haushalt der Bundesregierung 2014 knapp 0,4 Billionen US-Dollar.
=> Ein Prozent der Weltbevölkerung, ca. 72 Mio Super-Reiche, besitzen mit unvorstellbaren 110 Billionen US-Dollar die Hälfte des gesamten Weltvermögens.

Vermögen besteht unter anderem aus Aktien. Wenn also die Ultra- und Super-Reichen „die Hälfte des Weltvermögens“ besitzen, dann besitzen sie - grob gesprochen natürlich - auch die Hälfte aller Aktien. Und das ist der Hintergrund, wenn die renommierte Frankfurter Allgemeine Zeitung am 25. August 2014 erschrocken feststellt: „Wohin der Anleger blickt, da ist BLACKROCK.“

Wer ist BLACKROCK? Ein Konstrukt, hinter dem sich die Ultra- und Superreichen mit ihrem Aktienvermögen verstecken, damit sie nicht namentlich in die Schlagzeilen geraten. Es kommt nämlich ausgesprochen blöde, wenn sie, die sich gerne als „Großspender“ und „Wohltäter“ geben, plötzlich im gleichen Atemzug mit Arbeitsplatzvernichtung, Kriegstreiberei, Ausbeutung von Natur und Mensch, Hunger, Menschenrechtsverletzungen usw. genannt werden, dem Stoff, aus dem ihre Profite sprudeln.

Und BAYER? Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (1) schreibt in der jüngsten Ausgabe des Magazins Stichwort BAYER (2): „270.000 AktionärInnen halten etwa 827 Millionen Aktien. (...) Die meisten Aktien hält BLACKROCK“.

Nun kann man sagen: Was geht mich das an?! Das aber wäre ausgesprochen dumm. Nicht nur für die KollegInnen bei BAYER, sondern - so banal es klingt - für alle. Denn BLACKROCK bestimmt unser Schicksal. Um die Profite der Ultra-Reichen zu sichern, hat BLACKROCK nicht nur dominierende Aktienpakete an allen Großkonzernen der Welt, sondern bestimmt z.B. als „Berater“ die Politik der Europäischen Zentralbank. Und hält natürlich auch bestimmende Anteile an den großen Rating-Agenturen, die wir ja nun alle auch schon kennen: Sie bestimmen mit ihren „Ratings“ über Wohl und Wehe ganzer Staaten und leisteten z.B. der Spekulation gegen Griechenland Vorschub.

Und dann kommt die CAPITAL GROUP. Ein weiteres Konstrukt der Ultra-Reichen. Es hält 16 Prozent an BAYER. Und wer rechnen kann, stellt fest: das sind zusammen 46 Prozent, also bereits knapp die Hälfte aller Aktien. So hat sich heimlich still und leise die Macht bei BAYER von ehemals mehreren hunderttausend AktionärInnen auf eine Handvoll ultra-reicher „Investoren“ verlagert.

Und hier schließt sich der Kreis: Wer zahlt, bestimmt die Musik. Entsprechend klärt sich auch das Rätsel, weshalb MATERIAL SCIENCE nun den Geiern vorgeworfen wird, obwohl Marijn Dekkers bis zuletzt beteuerte, dass der Bereich im Konzern bleibt: Die BLACKROCK-/CAPITAL-Profite gieren nach mehr, da muss Dekkers MATERIAL SCIENCE zum Abschuss freigeben, ob er will oder nicht. Die BAYER-Aktie explodierte jedenfalls direkt von ca. 106 auf ca. 114 Euro. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

(1) Coordination gegen BAYER-Gefahren, siehe www.CBGnetwork.org
(2) Stichwort BAYER erscheint seit 1983 vierteljährlich, siehe www.stichwort-bayer.de

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[Betaferon] STICHWORT BAYER 04/2014

CBG Redaktion

BAYERs BETAFERON

Große Kosten, kleiner Nutzen

Das „Multiple Sklerose“-Präparat BETAFERON gehört zu den umsatzträchtigsten BAYER-Medikamenten, obwohl Studien ihm größere Nebenwirkungen als Wirkungen bescheinigen. Vor der jüngsten hat das „Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte“ erst im August diesen Jahres gewarnt: Nierenerkrankungen mit Todesfolge kann das Gentech-Präparat hervorrufen.

Von Jan Pehrke

Am 19. August 2014 sah sich das „Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte“ (BfArM) gezwungen, „sicherheitsrelevante Informationen“ zu BETAFERON und anderen Interferon-beta-Präparaten zu veröffentlichen. Die Behörde hatte nämlich von der „Europäischen Arzneimittelagentur“ Informationen über schwerwiegende Nierenleiden nach dem Spritzen der Mittel erhalten. „Während der Behandlung der Multiplen Sklerose mit Interferon-beta-Arzneimitteln wurden Fälle von thrombotischer Mikroangiopathie (TMA), einschließlich Fällen mit Todesfolge, berichtet“, heißt es in dem „Rote Hand Brief“. Vor Schädigungen der Nieren durch das nephrotische Syndrom warnt das BfArM ebenfalls. Beide Nebenwirkungen können noch Jahre nach der ersten BETAFERON-Injektion auftreten, so das Bundesinstitut.

Über eine solche Fallgeschichte informierte die „Arzneimittel-Kommission der deutschen Ärzteschaft“ bereits 2008. Eine Frau nahm vier Wochen nach Beginn der BETAFERON-Therapie um sechs Kilogramm zu. Sie klagte auch über Übelkeit und Erbrechen und vermochte nur noch geringe Mengen Urin auszuscheiden. Zwei Tage später kam die 38-Jährige ins Krankenhaus. Diagnose: akutes Nierenversagen. Für die Patientin ging es glimpflich aus. Die MedizinerInnen setzen sofort das BETAFERON ab, ordneten eine Dialyse an und nahmen einen Blutplasma-Austausch vor. So gelang es ihnen schließlich, die Nierenfunktionen wiederherzustellen.
Mit Nierenschädigungen erschöpfen sich die Gegen-Anzeigen des Gentech-Präparats allerdings bei Weitem nicht. 186 Meldungen über „unerwünschte Arznei-Effekte“ hat das BfArM allein im Jahr 2013 erhalten.

Auf der Haben-Seite kann BETAFERON dagegen nicht viel verbuchen. „Die Vorstellungen zur Wirkung von Interferonen basieren auf Vermutungen“, hält eine Broschüre der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf (UKE) zur PatientInnen-Information fest (1). Angetreten, das Immunsystem von MS-Kranken zu regulieren und die Entzündungen zu lindern, sieht die Erfolgsbilanz des Mittels mager aus. So ist es dem MS-Ratgeber des UKE zufolge nur bei 16 Prozent der frisch Erkrankten imstande, einen zweiten Schub zu verhindern, bei fünf von sechs PatientInnen hingegen zeigt es keinen Nutzen. Bei einer schon chronifizierten, aber immer noch schubförmig verlaufenden MS schlägt es bloß in vierzehn Prozent der Fälle an. Das Fortschreiten der Erkrankung kann das BAYER-Mittel dann lediglich bei zehn Prozent der Betroffenen beeinflussen. Nur „einen geringen Effekt auf die Zunahme der Beeinträchtigung“, bescheinigt die UKE-Publikation der Arznei deshalb. Es steht nicht einmal fest, ob eine frühzeitige Gabe des Pharmazeutikums überhaupt den Verlauf der Gesundheitsstörung beeinflusst. Und bei einer von Beginn an manifesten Multiplen Sklerose ohne Schübe hilft BETAFERON so wenig wie andere Arzneien. „Bei der primär chronischen MS gibt es zur Zeit keine überzeugenden Therapie-Konzepte“, konstatieren die Hamburger MedizinerInnen. Zu einem ähnlich kritischen Befund gelangt die Cochrane Collaboration, die 44 Studien zu MS-Therapeutika ausgewertet hat. Angesichts der häufigen Nebenwirkungen stellt das Netzwerk von ÄrztInnen, WissenschaftlerInnen und PatientInnen-VertreterInnen zu BETAFERON und anderen Präparaten dieser Medikamenten-Gruppe fest: „Das Kosten/Nutzen-Verhältnis könnte ungünstig sein.“

Viele Betroffene kommen zu einem ähnlichen Resultat. Nach einer Untersuchung von Emilio Portaccio brachen binnen vier Jahren 46 Prozent von ihnen die Behandlung mit BETAFERON oder anderen Interferonen ab. Die Konzerne wissen um diese hohe Quote und bieten deshalb Therapie-Begleitungen an. Der Leverkusener Multi beispielsweise versucht seine KundInnen mit dem BETAPLUS-Programm bei der Stange zu halten, „das individuelle Service-Angebote, telefonische und schriftliche Beratung und kompetente Betreuung durch geschultes Personal beinhaltet“.

Trotz all dieser Unbill steht BAYER in Treue fest zu seinem Präparat. „Interferon-beta-1b (BETAFERON) ist seit 25 Jahren auf dem Markt und immer noch top“, behauptet das Unternehmen und zählt es zu seinen „Meilensteinen“. Was den Profit angeht, stimmt das auch. Mit über einer Milliarde Euro Umsatz nimmt die Arznei unter den pharmazeutischen Bestsellern des Leverkusener Multis den zweiten Rang ein. Nur das Blutpräparat KOGENATE macht noch mehr Gewinn. Das liegt vor allem am hohen Preis – ca. 16.000 Euro pro Jahr – des MS-Präparats. Dieser orientierte sich bei der Markteinführung nämlich an den damals noch hohen Herstellungskosten für Interferone. Und seither stellt das die Messlatte dar, obwohl die Substanzen heute billig zu produzieren sind. BAYER hat die Fabrikation inzwischen nicht nur in Europa, sondern auch in den USA ganz ausgegliedert. 2011 legte der Konzern die Anlage im US-amerikanischen Emeryville still, vernichtete 540 Arbeitsplätze und schloss mit BOEHRINGER einen Lohnfertigungsvertrag ab.

Aber wie gelingt es dem Pillen-Riesen, mit einem umstrittenen Mittel so viel Geld einzunehmen? Ganz einfach: Indem er nach Kräften die medizinische Landschaft pflegt. Dem großen „Vermarktungsinteresse pharmazeutischer Firmen im Indikationsgebiet MS“ folgend, das der von der Krankenkasse Barmer GEK herausgegebene „Arzneimittelreport 2014“ den Konzernen attestiert, hat BAYER beste Beziehungen zu MedizinerInnen, Fachgesellschaften und PatientInnen aufgebaut. So fanden sich 21 der insgesamt 24 Ärzte, welche die Behandlungsleitlinie für Multiple Sklerose erstellt haben, schon einmal auf der Lohnliste des Leverkusener Multis und erhielten Schecks für Vorträge, BeraterInnen- bzw. GutachterInnen-Tätigkeiten oder Forschungsvorhaben. Gut angelegtes Geld, lautet das Fazit der Leitlinie doch: „Die mittlerweile über 20-jährige Erfahrung mit den rekombinanten Beta-Interferonen in der Behandlung der MS belegen deren gutes Nutzen/Risiko-Profil in der Basis-Therapie.“

Die MS-Selbsthilfegruppen bindet der Leverkusener Multi derweil durch Spenden an sich. Und mit der „Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft“ (DMSG) besteht dank umfangreicher Investitionen ebenfalls bestes Einvernehmen. Über 55.000 Euro ließ BAYER der DMSG und seinen Landesverbänden 2013 zukommen. Insbesondere auf den Vorsitzenden des Ärztlichen Beirates, Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld, kann der Global Player sich verlassen, diente der Leiter des Instituts für Klinische Neuro-Immunologie an der Münchner „Ludwig- Maximilians-Universität“ dem Unternehmen doch schon als wissenschaftlicher Berater. Auch Forschungsgelder erhielt der Professor, der ebenfalls an den Leitlinien mitwirkte und noch dazu als Mitherausgeber mehrerer MS-Fachzeitschriften fungiert, bereits von dem Pharma-Riesen. Seine Vorstandskollegen Ralf Gold, Peter Rieckmann und Heinz Wiendl sind gleichfalls ziemlich beste BAYER-Freunde – und Leitlinien-Autoren.
Da wundert es dann nicht weiter, dass der Verband nur leitlinientreue MS-Zentren zertifiziert und den Interferonen trotz der neuen Warnung des „Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte“ vor Nierenschädigungen weiterhin die Treue hält. „Insgesamt ergibt sich trotz dieser Meldungen keine Änderung der Nutzen/Risiko-Bewertung von Interferon-beta-Präparaten, deren Sicherheitsprofil über mehr als 20 Jahre der breiten Anwendung bei der Multiplen Sklerose gut bekannt ist. Die aktuelle Information des BfArM allein gibt daher keinen Anlass, eine wirksame und gut vertragene Interferon-Therapie abzubrechen“, erklärt die DMSG.

Der Arzt Dr. Wolfgang Weihe rügte schon 2006 im Deutschen Ärzteblatt die alles andere als zarten Bande der DMSG im Allgemeinen, seiner ÄrztInnen im Besonderen sowie der Leitlinien-MedizinerInnen zur Industrie und meldete Zweifel an der Uneigennützigkeit ihrer BETAFERON-Vorliebe an. Das Imperium schlug sofort zurück. Die DMSG reichte eine Unterlassungsklage ein, der das Landgericht Hamburg auch stattgab. Mit solchen Mitteln gelingt es der Phalanx aus Industrie, Fachgesellschaften und willigen MedizinerInnen, Einvernehmen herzustellen. Darum wagt es auch kaum jemand aus der Zunft, eine konträre Meinung zu äußern. Es existiert auch keine unabhängige Patienten-Vereinigung, die ein Gegengewicht bilden könnte. Die DMSG gibt sich zwar den Anstrich einer dem Selbsthilfe-Prinzip verpflichteten PatientInnen-Organisation, ist in Wirklichkeit aber eine mit BAYER & Co. eng verflochtene ÄrztInnen-Organisation.
Nicht genug damit, sich Einfluss auf diese Fachgesellschaft und die MS-Behandlungsrichtlinien gesichert zu haben, nimmt sich der Leverkusener Multi die ÄrztInnen auch noch im Einzelnen vor. In den Praxen sorgt die Konzern-Armada der Pharma-DrückerInnen dafür, dass BETAFERON vermehrt auf dem Rezeptblock landet. Die so genannten Beobachtungsstudien tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Aus wissenschaftlicher Sicht haben diese keinerlei Wert, denn die MedizinerInnen müssen gegen ein Honorar von bis zu 1.000 Euro nur einen kleinen Fragebogen ausfüllen, aus betriebswirtschaftlicher Sicht jedoch einen hohen. In Wahrheit verfolgen die „Studien“ nämlich nur den Zweck, die Kranken auf das getestete Präparat umzustellen.

Entsprechend hoch ist der BETAFERON-Warenumschlag in den Sprechzimmern. Die anderen Hersteller können sich auch nicht beklagen. „Am meisten ärgert mich, wenn Druck ausgeübt wird auf Betroffene“, sagte die Krebs-Medizinerin und MS-Patientin Jutta Scheiderbauer in der TV-Sendung Nano: „Wenn Sie zum Arzt gehen und ein Beratungsgespräch möchten und Sie werden nicht adäquat aufgeklärt über die Unsicherheiten des Nutzens und nicht adäquat über die Nebenwirkungen, die über das hinausgehen, was man so allgemein im Internet findet (...) Ich habe es auch am eigenen Leib erlebt, dass es mein Leben mehr beeinträchtigt hat als die MS.“ Zu diesen negativen Erfahrungen trug nicht zuletzt BETAFERON bei. Kurz nach der ersten Spritze bekam die Frau Gliederschmerzen, Schüttelfrost und andere Grippe-Symptome. Das flaute binnen drei, vier Monaten ab, und drei Jahre hatte Jutta Scheiderbauer Ruhe. Dann tauchten wieder Probleme auf: Frieren, Verstopfung, temporäre Spastiken, Schmerz-Attacken und Schläfrigkeit. Als dann noch vergrößerte Lymphknoten im Bauchraum diagnostiziert wurden, zog ihr Neurologe die Reißleine und setzte das Medikament ab. Auch andere Arzneien nimmt die Onkologin nicht mehr. Trotzdem hat sie seit drei Jahren keinen Schub mehr bekommen.

BAYER jedoch setzt unverdrossen weiter auf den lukrativen Geschäftszweig. Dem Leverkusener Multi wachsen seit jüngster Zeit sogar noch von einem weiteren MS-Medikament Einnahmen zu, das auch nicht so ganz ohne ist: LEMTRADA (SWB 1/14). Der seit 2006 zum Pharma-Riesen gehörende SCHERING-Konzern hatte die Lizenz für den Wirkstoff Alemtuzumab 1999 von GENZYME erworben und ihn zur einer Arznei zur Behandlung der Blutkrebs-Art „chronisch-lymphatische Leukämie“ (CLL) weiterentwickelt. Als besonders lukratives Geschäft erwies sich das jedoch nicht. Darum gab der Leverkusener Multi 2009 die Rechte an GENZYME zurück und handelte dafür im Gegenzug Lizenz-Zahlungen aus. Und die fließen jetzt. Alemtuzumab erhielt nämlich eine Zulassung für die Indikation „Multiple Sklerose“. Um es für einen um den Faktor 40 höheren Preis als bisher anbieten zu können, was LEMTRADA 29.000 Mal teurer als Gold macht, gab GENZYME das Anwendungsgebiet CLL auf. Eine Operation, die Wellen von Empörung hervorrief. „Der Stakeholder-Value wird hier in bisher nicht dagewesener Weise vor das Patienten-Wohl gesetzt“, erboste sich etwa Torsten Hoppe-Tichy, Präsident des „Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker“. Noch dazu entspricht das Präparat nicht gerade dem Goldstandard der MS-Therapie. Darum verweigerte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA dem Medikament auch die Zulassung. Mit Autoimmun-Krankheiten, Nierenschäden, Krebs, Infektionen, Schilddrüsen-Beschwerden und Infusionsnebenwirkungen wie Bluthochdruck, Kopf- oder Brustschmerzen war ihr die Liste der Gegenanzeigen einfach zu lang. Ihr europäisches Pendant, die EMA, hatte hingegen keine Bedenken. Sie erteilte dem Pharmazeutikum die Genehmigung, und BETAFERON kann sich nun über standesgemäßen Zuwachs freuen.

(1) Immuntherapien der Multiplen Sklerose 2008; www.gesundheit.uni-hamburg.de

Job-Streichungen in Emeryville
Auch über sein im November 2010 beschlossenes Rationalisierungsprogramm hinaus vernichtet der Leverkusener Multi noch Arbeitsplätze. So stellt er die Fertigung des Multiple-Sklerose-Wirkstoffs Betaferon im US-amerikanischen Emeryville ein. Künftig übernimmt BOEHRINGER für BAYER die Herstellung. Die meisten der 540 Beschäftigten verlieren durch diese Maßnahme ihren Job. Damit bleibt der Konzern seiner Devise treu, bevorzugt Produktionen zu schließen, in denen sich Betriebsgruppen von Gewerkschaften konstituieren wollen. In Emeryville hatte das Unternehmen die Gründung hintertrieben, indem es mit Stellen-Streichungen drohte und die Beschäftigten-VertreterInnen als „Schmarotzer“ diffamierte, die es nur auf die Beiträge der Belegschaftsangehörigen abgesehen hätten.

[MaterialScience] STICHWORT BAYER 04/2014

CBG Redaktion

BAYER trennt sich von Kunststoff-Sparte

Der Ausverkauf

Mitte September 2014 hat der Leverkusener Multi angekündigt, sich von seiner Kunststoff-Sparte trennen zu wollen und damit dem Druck der Finanzmärkte stattgegeben.

Von Jan Pehrke

Immer wieder hatten Finanzinvestoren in den letzten Jahren von BAYER den Verkauf der Kunststoff-Sparte gefordert. Bisher hatte sich der Multi dem Druck nicht gebeugt. Noch im Juli hatte der Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers in einem Interview betont: „Das Beste ist, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.“ Aber jetzt hat der Konzern den Traditionsbruch doch vollzogen. Er kündigte an, BAYER MATERIAL SCIENCE (BMS) als selbstständige Einheit an die Börse zu bringen. Damit sind alle Opfer umsonst, die der Global Player den Beschäftigten in der Vergangenheit abverlangt hatte, um die angeblich schlechten Geschäftszahlen zu verbessern und die Sparte im Unternehmen zu halten. So hatte er über 2.000 Arbeitsplätze bei BMS vernichtet, Werke geschlossen, unter Tarif entlohnt, Effizienz-Programme gestartet und Bonus-Zahlungen gestrichen. Und nun droht das, was bereits bei anderen Ausgliederungen zu beobachten war: weitere Job-Streichungen, Lohnkürzungen und andere Rationalisierungsmaßnahmen. Entsprechend frustriert äußern sich die GewerkschaftsvertreterInnen: „Die durch uns kritisierte Abkehr von der Drei-Säulen-Strategie ist durch die Arbeitnehmer-Vertreter im Aufsichtsrat, trotz intensivster Beratungen, nicht zu verhindern gewesen.“ Sonst hätte das Management keine finanziellen Mittel mehr bereitgestellt, womit der Bereich eine äußerst kritische Entwicklung genommen hätte, erläutern die Delegierten. Ein klarer Fall von Erpressung also. Peter Hausmann von der IG BCE bringt die Sorgen Belegschaft auf den Punkt: „Es besteht die Gefahr, dass es künftig ausschließlich um Gewinn-Margen gehen wird.“

Aber die Entscheidung hat nicht nur soziale Folgen. Philipp Mimkes vom Vorstand der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) befürchtet auch Konsequenzen für die Anlagensicherheit: „Die künftigen Besitzer werden versucht sein, die Kosten für Wartung, Personal und Feuerwehr weiter abzusenken. Dies führt automatisch zu höheren Störfallrisiken. BAYER muss sicherstellen, dass die Betriebssicherheit durch den Verkauf nicht verringert wird.“

Nach Ansicht der CBG ist es auch denkbar, dass die Sparte in den nächsten Jahren parzelliert und in Teilen weiterverkauft wird – so wie bei der BAYER-Ausgliederung LANXESS geschehen. Im Fall eines größeren Störfalls hätte dies Konsequenzen für AnwohnerInnen und Belegschaft, da kleinere Unternehmen in geringerem Umfang haften.

Unter dem Dach der BMS befinden sich zahlreiche hochgefährliche Anlagen, zum Beispiel die Produktion von Polyurethan, bei der große Mengen toxischer Stoffe wie Chlor, Ammoniak, Kohlenmonoxid sowie das ehemalige Kampfgas Phosgen eingesetzt werden. Seit Jahrzehnten in der Kritik steht auch der hormonaktive Kunststoff Bisphenol A, der trotz Warnungen von ToxikologInnen in Lebensmittelverpackungen, Trinkflaschen, Kassenbons und Zahnfüllungen zum Einsatz kommt.

Konsequenzen hat der Schritt auch für die umstrittene CO-Pipeline zwischen Dormagen und Krefeld, die gegenwärtig wegen Gerichtsbeschlüssen auf Eis liegt. Sollte die Pipeline jemals in Betrieb gehen, so wäre völlig unklar, von wem sie in zehn oder zwanzig Jahren betrieben wird. Auch das Sicherheitsniveau und die maximale Haftung stünden in den Sternen.

Das alles aber kümmert weder die Chef-Etage noch die Finanzmärkte. Am Tag der Bekanntgabe der Entscheidung erklomm die BAYER-Aktie ein Allzeit-Hoch.

[GenSoja] STICHWORT BAYER 04/2014

CBG Redaktion

Neue Gen-Frucht

Soja made by BAYER

2015 bringt BAYER in den USA unter dem Namen CREDENZ eine neue Gensoja-Pflanze auf den Markt.

Von Philipp Mimkes

„Wir erfinden die Soja-Bohne nicht neu – aber warten sie, wir tun es doch“ – mit diesem Werbespruch preist der Leverkusener Multi seine neue Genfrucht CREDENZ an. Der Konzern vermarktet das Produkt in zwei Variationen, einmal mit einer Resistenz gegen das Pestizid Glyphosat und einmal mit einer gegen Glufosinat. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen Sorten folgen, die zusätzlich gegen HPPD-Herbizide tolerant sind. Die LandwirtInnen können dann mehrere Pestizide sprühen, ohne die Nutzpflanze zu schädigen.
Bei dem ursprünglich von MONSANTO entwickelten und unter dem Namen ROUNDUP vermarkteten Glyphosat handelt es sich um das weltweit meistverkaufte Agrogift. Es ist seit 30 Jahren im Einsatz, trotz seiner Schadensbilanz. Glyphosat-haltige Pestizide stehen im Verdacht, Fehlbildungen hervorzurufen, das Erbgut zu schädigen und Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Krebs zu begünstigen. Da das Patent abgelaufen ist, bieten mittlerweile auch BAYER und andere Firmen den Wirkstoff an.
Viele Wildpflanzen sind inzwischen resistent gegen Glyphosat; in den USA haben sich sogar schon „Super-Unkräuter“ gebildet, gegen die kein Kraut gewachsen ist. Neue Mittel entwickeln die Konzerne nämlich kaum noch – eine Folge der oligopolistischen Strukturen auf dem Agro-Markt. Der Leverkusener Multi streitet diesen Zusammenhang auch gar nicht ab. „Seit über 25 Jahren hat die weltweite Pflanzenschutz-Industrie kein wirtschaftlich bedeutendes Herbizid mit neuem Wirkmechanismus mehr für Flächenkulturen entwickelt und auf den Markt gebracht – unter anderem eine Folge der Konsolidierung der Industrie, die mit einer deutlichen Reduktion der Forschungsaufwendungen für neue Herbizide einherging“, konstatiert der BAYER-Forscher Dr. Hermann Stübler (SWB 1/14).
Darum können die Unternehmen auf die zunehmende Gefährdung ihrer Genpflanzen durch die Wirkungslosigkeit der auf sie abgestimmten Agro-Chemikalien nur mit einer Kombinationstherapie reagieren: Sie machen ihre Genkonstrukte gleich gegen mehrere der handelsüblichen Substanzen resistent und gewähren sich dazu gegenseitig Zugriff auf ihre Patente. Alter Wein in neuen Schläuchen lautet das Gebot der Stunde. Bei CREDENZ greift BAYER dafür neben Glyphosat auf das Herbizid Glufosinat zurück. Es ist bereits seit 1984 auf dem Markt und noch gefährlicher als das MONSANTO-Gift, weshalb es in der EU auch bis 2017 vom Markt verschwinden soll. Dies hindert den Global Player jedoch nicht daran, weiter auf dieses Produkt zu setzen und gegenwärtig im US-Bundesstaat Alabama eine große neue Glufosinat-Fabrik zu bauen.
Die Risiken und Nebenwirkungen von CREDENZ beschränken sich jedoch nicht allein auf den Gesundheitsbereich. Mit der Laborfrucht reiht sich der Leverkusener Multi in die Lieferkette der globalen Fleischindustrie ein, die vor allem in Südamerika für verbrannte Erde sorgt. Der großen Nachfrage nach eiweißhaltigem Futter von Seiten der Massentierhalter in Europa und den USA geschuldet, überziehen riesige Soja-Monokulturen die Länder. Dem Flächenfraß fallen dann kleinbäuerliche Betriebe, Wälder und Brachflächen zum Opfer, was massive soziale und ökologische Folgen hat.

[CO-Pipeline] STICHWORT BAYER 04/2014

CBG Redaktion

Ermutigendes OVG-Urteil

CO-Pipeline in schlechter Verfassung

Eine herbe Niederlage musste der BAYER-Konzern am 28. August vor dem Oberverwaltungsgericht Münster einstecken. Die Richter bezeichneten die Genehmigung der umstrittenen Kohlenmonoxid-Pipeline zwischen Dormagen und Krefeld als verfassungswidrig. Nun geht der Fall nach Karlsruhe.

Von Philipp Mimkes

Freude, verhaltener Jubel - aber auch der Wille zum Weiterkämpfen: So ließ sich die Stimmung im Gerichtssaal nach der Urteilsverkündung zusammenfassen. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte soeben das Pipeline-Gesetz aus dem Jahr 2006 als „Verstoß gegen das Grundgesetz“ bezeichnet. „Wir sind der Überzeugung, dass §1 des Gesetzes verfassungswidrig ist“, so der Vorsitzende Richter Dirk Lechtermann. Deshalb verwies er den Fall an das Karlsruher Verfassungsgericht. Zumindest in den nächsten Jahren wird das hochgiftige Gas somit nicht fließen. Und sollten die Karlsruher RichterInnen der Argumentation des OVG folgen, so droht der umstrittenen Leitung zwischen den Werken Krefeld und Dormagen gar das endgültige Aus.

Lex BAYER
Der nordrhein-westfälische Landtag hatte BAYER den Bau der Rohrleitung durch ein eigenes Gesetz ermöglicht. Um die Enteignungen entlang der 66 km langen Trasse zu rechtfertigen, nobilitierte das Paragraphen-Werk die Pipeline. Sie diene „dem Wohl der Allgemeinheit“, stand dort zu lesen. Zur Begründung heißt es schwammig, das Röhrenwerk werde „die wirtschaftliche Struktur der Chemie-Industrie und der mittelständischen Kunststoff verarbeitenden Unternehmen stärken und damit Arbeitsplätze sichern“. Dies rechtfertige die notwendigen Enteignungen. Konkrete Angaben zu Investitionen, höherem Steueraufkommen oder neuen Arbeitsplätzen machten jedoch weder das Land noch der Konzern.
Hierzu fand das Gericht deutliche Worte: „Die Pipeline stellt ein privatnütziges Vorhaben dar, durch das das Wohl der Allgemeinheit allenfalls mittelbar gefördert wird. Deshalb muss sich das Rohrleitungsgesetz an den hohen Anforderungen messen lassen, die das Grundgesetz für eine Enteignung zu Gunsten privater Unternehmen enthält.“ Nach Auffassung des Gerichts hätten die Vorteile für das Gemeinwohl detailliert aufgelistet werden müssen. Auch hätte die Firma BAYER Garantien dafür abgeben müssen, dass die Ziele auch erreicht werden. Beides sei nicht geschehen.
Axel Köhler-Schnura vom Vorstand der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) bezeichnet das Urteil daher als Lektion in Sachen Demokratie: „Das Pipeline-Gesetz konnte nur durch den großen Einfluss des Konzerns auf die Landespolitik zustande kommen. Einmal mehr zeigt sich, dass die Macht von BAYER eine Gefahr für die Demokratie darstellt.“

Endgültiger Stopp gefordert
Denn weit entfernt davon, das „Wohl der Allgemeinheit“ zu fördern, ist die Pipeline vielmehr allgemeingefährlich. Wegen der hohen Giftigkeit von Kohlenmonoxid (CO) haben Polizei, Feuerwehr und medizinische Dienste erklärt, dass sie die Sicherheit der Bevölkerung bei einem Unfall nicht gewährleisten können. Auch die betroffenen Kommunen lehnen die Pipeline ab. Thomas Hendele, Landrat im Kreis Mettmann: „Mit der Entscheidung des OVG Münster sind wir dem Ziel, die Inbetriebnahme der CO-Pipeline endgültig zu verhindern, ein Stück näher gekommen. Wir danken vor allem den kreativen und unermüdlich kämpfenden Bürgerinitiativen“.
Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN fordert, dass Gefahrstoffe wie CO, Chlor oder Ammoniak – wenn überhaupt - ortsnah produziert und verarbeitet werden. Ein Transport durch dicht besiedelte Gebiete ist nicht zu verantworten und auch nicht notwendig. Ein jüngst vorgestelltes Gutachten der NRW-Landesregierung zeigt, dass BAYER ebenso gut in Krefeld eine neue CO-Produktion aufbauen und auf den Betrieb der Pipeline verzichten kann.
Unterstützung erhält die CBG vom Pipeline-Experten Dipl. Ing. Bernhard Wening, der seit mehr als zwanzig Jahren als Sachverständiger für Gasanlagen tätig ist: „Eine hundertprozentige Gewährleistung der dauerhaften Dichtheit kann für eine solche Leitung nicht garantiert werden. Technisches Versagen, Schäden durch Bau- oder Landwirtschaftsmaschinen, auch mögliche Sabotagen stellen reale Gefährdungsrisiken dar. Die Annahme, ein gefährlicher Gasaustritt sei absolut auszuschließen, widerspricht wissenschaftlichen Erkenntnissen und der praktischen Betriebserfahrung.“
Wie gefährlich der Umgang mit Kohlenmonoxid ist, zeigt der Unfall im Brunsbütteler BAYER-Werk im September 2013. Nach einer Freisetzung von CO schwebten nach Angaben der Polizei zwei Beschäftigte in Lebensgefahr und konnten erst im letzten Moment gerettet werden. Zu den Ursachen des Unfalls macht BAYER bis heute keine Angaben.

Zu früh zum Feiern
Zur Enttäuschung der Umweltverbände monierte das Gericht diese hohen Risiken nicht, sondern lediglich die notwendigen Enteignungen. Sollten diese doch noch für rechtmäßig erklärt werden, so droht weiterhin eine Betriebsgenehmigung. Für Uwe Friedrich vom Vorstand der CBG ist das Glas denn auch nur halb voll: „Wir begrüßen, dass sich das Gericht unserer langjährigen Argumentation anschließt, wonach betriebliche Profite nicht mit dem Allgemeinwohl gleichzusetzen sind. Dies ist ein wichtiger Etappensieg.“ Gleichwohl kritisiert Friedrich, dass das OVG die tödlichen Gefahren bei einem Austritt von Kohlenmonoxid nicht ausreichend berücksichtigt hat. „Die Richtlinien zum Bau von Pipelines sind nicht für Gefahrstoffe wie Kohlenmonoxid gemacht worden. Unter Berücksichtigung der hohen Risiken hätte das OVG das Verfahren endgültig stoppen müssen“, so Friedrich weiter. Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN wird die Kampagne gegen die Pipeline daher fortführen.

Infos zur Kampagne

[Baytril] STICHWORT BAYER 04/2014

CBG Redaktion

Ein Must in der Mast:

BAYERs BAYTRIL

In bundesdeutschen Tierställen kommen große Mengen Antibiotika zum Einsatz, die auch in der Humanmedizin Verwendung finden, was die Bildung resistenter Keime weiter begünstigt. Bei der kritischen Klasse der Fluorchinolone, die BAYER in Apotheken als AVALOX und CIPROBAY und im Veterinärbereich als BAYTRIL vertreibt, stieg die abgegebene Menge im vergangenen Jahr bei insgesamt rückläufigen Zahlen auf 13 Tonnen.

Von Philipp Mimkes

In der Intensiv-Tierhaltung kommen rund 40 Mal mehr Antibiotika zum Einsatz als in deutschen Krankenhäusern, und sieben Mal mehr als in der Humanmedizin insgesamt. Zunehmender Beliebtheit in der Zuchtbranche erfreuen sich die auch in BAYERs BAYTRIL enthaltenen Fluorchinolone. Im vergangenen Jahr wurden in der Tiermast 13 Tonnen Fluorchinolone verabreicht, nach 10 Tonnen im Jahr zuvor und 8 Tonnen im Jahr 2011. Das geht aus Daten hervor, die das „Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ veröffentlicht hat. Die Menge der Cephalosporine blieb dagegen mit sechs Tonnen konstant.
Beide Substanzklassen gelten als Reserve-Antibiotika. Sie finden bei PatientInnen mit schweren Krankheiten Verwendung, wenn normale Antibiotika nicht mehr anschlagen. Ein starker Einsatz dieser Medikamente in Ställen führt dazu, dass die Krankheitserreger Resistenzen gegen die Mittel bilden.

Während immer mehr Fluorchinolone in den Ställen landeten, ging die Anzahl der Verschreibungen weniger gefährlicherer Bakterizide 2013 zurück. An TierärztInnen abgegeben wurden 1.452 Tonnen und damit 167 Tonnen weniger als 2012, wie die amtlichen Daten in einer Information für den Bundestag zeigen. Im Jahr 2011 waren es noch 1706 Tonnen gewesen.

Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN fordert seit langem ein Verbot der Gabe besonders wichtiger Reserve-Antibiotika in der Tiermast. Uwe Friedrich, CBG-Vorstandsmitglied: „Wir brauchen eine antibiotika-freie Tierzucht. Letztlich ist dies nur möglich, wenn das System der tierquälerischen Mast, das den exzessiven Einsatz von Bakteriziden erst notwendig macht, durch eine bäuerliche und ökologische Landwirtschaft ersetzt wird“.
Auch der BUND FÜR UMWELT UND NATURSCHUTZ DEUTSCHLAND (BUND) verlangt ein strengeres Arzneimittelgesetz. „Reserve-Antibiotika haben in Massentierhaltungen nichts verloren und müssen verboten werden“, so Agrarexpertin Reinhild Benning.

Seit 2011 sind Pharmaindustrie und Großhändler verpflichtet zu melden, welche Mengen bestimmter Arzneimittel sie an TierärztInnen abgeben. Ein Großteil der Antibiotika geht dabei seit Jahren an Landkreise in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, in denen es viele große Mastanlagen gibt. Nach einer Studie der Hochschule Hannover, der Uni Leipzig und des „Bundesinstituts für Risikobewertung“ aus dem Jahr 2011 erhalten Hühner innerhalb ihrer 39-tägigen Mast in einem durchschnittlichen Betrieb an zehn Tagen Antibiotika. Ein Mastschwein wird in seinen 115 Tagen Lebenszeit an 4,2 Tagen mit Antibiotika behandelt. Wie viel BAYTRIL die Tiere genau bekommen, ist unbekannt. BAYER hält die Verkaufszahlen für das Mittel seit einigen Jahren geheim. Die letzten Angaben machte das Unternehmen 2012 auf der Hauptversammlung. Erst auf mehrmalige Nachfrage Kritischer AktionärInnen hin hatte der Vorstandsvorsitzende dort die Verkaufszahlen für 2011 genannt: 166 Millionen Euro. Der Absatz dürfte inzwischen aber noch gestiegen sein und den Konzern auch in diesem Jahr zufriedenstellen, obwohl in der Bundesrepublik seit Juli die „Tierarzneimittel-Mitteilungsdurchführungsverordnung“ gilt. Diese sieht nämlich lediglich strengere Dokumentationspflichten vor, lässt die krankmachenden Strukturen der Massentierhaltung jedoch unangetastet.

[Editorial] STICHWORT BAYER 04/2014

CBG Redaktion

Liebe Leserinnen und Leser,

Ende 2013 hat die Europäische Kommission insgesamt vier Pestizide wegen ihrer Beteiligung am weltweiten Bienensterben mit befristeten Teilverboten belegt. Darunter befinden sich mit den Wirkstoffen Imidacloprid und Clothianidin, beides Insektengifte aus der Gruppe der sogenannten Neonicotinoide, auch zwei Produkte von BAYER. Grundlage war die wissenschaftliche Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, die ansonsten für ihre Nähe zur Industrie und ihren unkritischen Umgang mit Umweltrisiken verschrien ist. In diesem Fall hat die Empfehlung der Behörde den betroffenen Konzernen aber richtig wehgetan: BAYER, SYNGENTA und BASF verdienen Millionen mit ihren Agrargiften, insbesondere den „modernen“, hochwirksamen Substanzen. Die nun verhängten, zunächst für gerade einmal zwei Jahre gültigen, Anwendungsbeschränkungen kosten also bares Geld. Kaum verwunderlich, dass sich die betroffenen Konzerne damit nur ungern abfinden. Dividende zählt mehr als die Zukunft der Landwirtschaft: Mit dem Überleben von Bienen, anderen Bestäubungsinsekten und der Funktionsfähigkeit stabiler Agrar-Ökosysteme steht viel mehr auf dem Spiel als „nur“ das Überleben einzelner Arten. Der Schaden, den Pestizide anrichten können, ist kolossal: Eine Vielzahl von Kulturpflanzen ist auf die Hilfe von Insekten bei der Bestäubung ihrer Blüten angewiesen – ohne sie findet keine Fruchtbildung statt. Die Ernte fällt in Menge und Qualität schlechter aus.

Die für Bienen gefährlichen Wirkungen vieler Pestizide wurden lange unterschätzt, da nur die akute Giftigkeit geprüft wurde. Doch die Wirkungen sind subtiler: Die Gifte stören Entwicklung, Verhalten sowie Orientierungsvermögen und erhöhen die Krankheitsanfälligkeit. Im Zusammenwirken mit anderen Faktoren, etwa einem reduzierten Nahrungsangebot, extremen Wetterbedingungen oder Parasiten und Krankheiten, können
Bienenvölker kollabieren.

Dabei haben die Bienen noch Glück: Nur sie haben überhaupt eine Lobby, auf andere Insekten wird bei der Bewertung und Anwendung von Agrargiften keinerlei Rücksicht genommen. Und auch andere Tiergruppen sind betroffen: Unlängst wurde festgestellt, dass das BAYER-Gift Imidacloprid Vogelbestände dezimiert. Dies ist vermutlich nicht auf eine direkte Vergiftung zurückzuführen, sondern auf ein verringertes Nahrungsangebot.

Der Einsatz von Giften wie den Neonicotinoiden gefährdet also nicht nur Bienen, sondern allgemein die Biodiversität. Dabei ist Vielfalt in Natur und Kulturlandschaft bei weitem nicht nur ein Wert an sich. Von ihr hängen ökologische Regelungsfunktionen ab, die von unschätzbarem Wert sind: Sogenannte „kostenlose Ökosystemdienstleistungen“, etwa die natürliche Schädlingskontrolle durch Nützlinge, werden nur in einer intakten Umwelt erbracht. Leider ist mit ihnen kaum Geld zu verdienen, Chemie lässt sich hingegen verkaufen.

Und was macht die Industrie? BAYER hat die Europäische Kommission wegen der Verbote verklagt. Das Verfahren wird wohl kaum zeitnah zu einem Ergebnis führen und dient den Konzernen (BASF und SYNGENTA haben ebenfalls Klage eingereicht) wohl auch mehr als ein unmissverständliches Zeichen an die Politik: Ökologische Kollateralschäden dürfen ein lange Zeit wenig in Frage gestelltes Geschäftsmodell nicht kaputtmachen. Mitte April haben wir von GREENPEACE BAYER an die Verantwortung des Unternehmens erinnert und den direkt Betroffenen eine Stimme gegeben: Auf einem Fotobanner an der Konzern-Zentrale forderten Bienen von BAYER „Stop killing us“. Anlass waren Funde von Agrargiften in Pollenproben aus ganz Europa. An der Firmenpolitik hat sich jedoch nichts geändert; von BAYER ist kein Umdenken zu erwarten. Bleibt zu hoffen, dass die EU-Verantwortlichen sich nicht beeindrucken lassen von den Drohgebärden der Industrie – und die einzig richtigen Schlüsse ziehen: Dem Schutz von Landwirtschaft, Bienen und Umwelt Vorrang vor Konzern-Interessen zu geben und die Verbote ohne Ausnahmen und zeitliche Beschränkungen zu verhängen.

Dr. Dirk Zimmermann ist Landwirtschaftsexperte bei GREENPEACE